Jason Reynolds

SUNNY

Der Sound der Welt

Aus dem Englischen von Anja Hansen-Schmidt

dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München

Über Jason Reynolds

Jason Reynolds studierte Literaturwissenschaften an der University of Maryland. In den USA gehört er zu den neuen Stars der Jugendbuchszene. Seine Bücher wurden von der Presse hochgelobt und erhielten zahlreiche Preise. Sein Roman »Ghost« verkaufte sich in den USA in kurzer Zeit über 100.000 Mal und wurde in Deutschland mit dem Luchs des Jahres von ›DIE ZEIT‹ und ›Radio Bremen‹ ausgezeichnet. Jason Reynolds lebt in Washington, D. C.

Über das Buch

Sunny will frei sein. Wovon er träumt? Tanzen. Beats. Moves. Nirgendwo ist er so glücklich wie bei seinem Großvater im Krankenhaus, wenn er für Schwerkranke tanzt, um sie aufzumuntern. Und ein bisschen Aufmunterung könnte Sunny selbst gebrauchen. Denn sein Vater treibt ihn an zum Laufen. Immer wieder die 1600-Meter-Strecke, und Sunny hasst es. Nur wie soll er sich wehren gegen den übermächtigen Vater, der so viel Druck auf ihn ausübt?

 

Die Reihe geht weiter! Nach »Ghost«, »Patina« und »Sunny« folgt »Lu«. Vier Jugendliche, vier Neue im Team der Laufmannschaft, vier explosive Charaktere, die aufeinanderstoßen und miteinander klarkommen müssen. Alle haben sie viel zu verlieren, aber auch viel zu beweisen, nicht nur sich selbst.

Impressum

2019 dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München

© 2018 Jason Reynolds

Titel der Originalausgabe: SUNNY

Published by Atheneum, an imprint of Simon and Schuster Inc.

Published by arrangement with Pippin Properties, Inc.

through Rights People, London

Alle Rechte der deutschen Ausgabe:

2019 dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München

Umschlaggestaltung: dtv/ Katharina Netolitzky

 

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eBook-Herstellung im Verlag (01)

 

eBook 978-3-423-43578-9 (epub)

ISBN der gedruckten Ausgabe 978-3-423-64046-6

 

Ausführliche Informationen über unsere Autoren und Bücher finden Sie auf unserer Website www.dtv.de/ebooks

ISBN (epub) 9783423435789

 

 

 

 

Für alle schrägen Typen

1 Freitag

Liebes Tagebuch,

lange nichts gehört, was? Und weil du jetzt zurück bist – weil ich dich zurückgeholt habe (nachdem ich die Spirale wieder in deinen Buchrücken reingezwirbelt habe – rein, rein, ra-ra-ra-rein) –, hat Aurelia irgendwie das Gefühl, sie müsste dir noch mal ganz neu vorgestellt werden. Als würde sie dich nicht kennen. Als würde sie sich nicht an dich erinnern. Aber ich erinnere mich. Und deswegen müssen wir jetzt auch nicht die Hände schütteln und einen auf »Ich heiße übrigens bla bla bla« machen. Aber Aurelia schon. Heute hat sie mich gefragt, ob ich dich immer noch Tagebuch nennen will oder nicht doch lieber Journal. Oder Notizbuch. Ich habe »Tagebuch« gesagt. So habe ich dich immer schon genannt. Weil es mir einfach gut gefällt. Liebes Journal, nee danke. Und »Sunnys Notizbuch« klingt doch total bescheuert. Das geht gar nicht. »Liebes Tagebuch« ist da schon besser und nicht nur, weil in den beiden Wörtern fast alle Vokale versammelt sind und das lange A in Taaagebuch so schön getragen klingt. Wie in Pfaaarrer. Oder Vaaater. Da hat man fast das Gefühl, als würde man mit einem richtigen Menschen reden. Das A erinnert mich auch an Kaba, und den trinke ich total gern. Auch wenn ich nicht viel Milch trinken darf, wie du weißt, weil sich mein Bauch sonst anfühlt, als wäre er voller Uhu, was du ja auch schon weißt. Aber Kakao trink ich trotzdem gern. Weil ich seltsam bin. Was du auf alle Fälle weißt. Du weißt, dass ich seltsame Dinge mag. Und an Milch ist irgendwie alles seltsam. Sogar das Wort »Milch«. Ich finde, es klingt genau so, wie Milch klingt, wenn man ein Glas davon in einem Zug runterkippt. Milmilmilmilch. Und jetzt fang ich am besten noch mal von vorne an.

Liebes Tagebuch,

das ist jetzt mein Neuanfang.

Aurelia hat mich gefragt, wie lange es her ist, seit ich mit dir gesprochen habe. Ich habe gesagt, eine ganze Weile. Als ich noch ein kleines Kind war und immer nur wäh, wäh geschrien habe und Darryl wollte, dass ich mehr einen auf Psst, Psst mache, hat er dich mir gegeben und gesagt, ich sollte den ganzen Krach einfach in deine Seiten kippen, wenn ich das Gefühl hätte, es zu brauchen, was eigentlich die meiste Zeit der Fall war, außer beim Laufen oder beim Schlafen. Er hat gesagt, ich soll es in dich reinpacken, damit er ein bisschen Ruhe hätte. Damit es still sei und er sich konzentrieren könne, wenn wir abends nach der Arbeit an unseren Puzzles saßen. Ja, Tagebuch, wir machen immer noch Puzzles zusammen. Das ist immer noch unsere Art, uns – na ja – nahe zu sein. Jedenfalls hat mein Gehirn nach einer Weile aufgehört, ständig so viel Krach und Radau aus meinem Mund purzeln zu lassen. Es hat aufgehört, unsere Puzzelei zu zer-krach-radauen. Dank dir.

Weißt du, dass ein Müsliriegel den Hunger vertreibt, aber nicht wirklich satt macht? Liebes Tagebuch, genau das bist du für mich: ein Müsliriegel. Du vertreibst das Bauchknurren aus meinem Kopf. Und als ich dann so weit war, dass sich das Knurren in ein leises Schnurren verwandelt hatte, habe ich aufgehört, in dich reinzuschreiben. Aber jetzt wird das Knurren wieder lauter. Es wird lauter, und ich spüre, wie es gleichzeitig aus meinem Gehirn nach unten kriecht, sich hinter meine Augen schiebt und über meine Zunge marschiert, um endlich rauszukommen. Und mein Vater, na ja, der will eben nicht gestört werden. Und ich will ihn und seine Arbeit und sein Zeitunglesen auch nicht stören und auch nicht die Puzzles, weil die Puzzelei unsere gemeinsame Zeit ist. Deshalb: Danke, Tagebuch, dass du immer noch mein Freund bist. Etwas, in das ich beißen kann. In das ich das ganze Zeug aus meinem Kopf lautlos reinschreien kann. Weil manchmal habe ich einfach zu viel Geschrei da oben drin. Und das boingboingt immer so durch mein Hirn.

Boingboingt durch mein Hirn

wie ein Gummiflummi

    boingboingt durch mein Hirn

wie ein Gummiflummi

mein Hirn ist wie eine Hüpfburg auf einer Party,

zu der niemand eingeladen ist.

Jetzt kann ich das alles wieder in dich reinpacken.

Und jetzt fragt mich Aurelia danach. Nach dir. Fragt mich, ob ich ein Journal führe. Nein. Nein, ich führe kein Journal, sondern ein Tagebuch. Klingt fast wie Taschentuch. Und erfüllt auch einen ähnlichen Zweck – fängt die Tränen auf. Aurelia hat gesagt, sie findet es gut, dass ich wieder schreibe. Sie hat sich sogar vergewissert, dass ich weiß, dass alles, was ich da reinschreibe, nicht wirklich Sinn machen muss, solange nur ich selbst drinstecke. Also, eben so Zeug aus meinem Herzen und meinem Kopf. Und das ist gut, auch wenn ich das schon wusste, weil der Ausdruck »Sinn machen« für mich nicht wirklich Sinn macht. Sinn sollte doch schon da sein, oder? Er sollte existieren wie Liebe oder vielleicht der Himmel. Den muss man ja auch nicht erschaffen oder sich ausdenken oder so. Das ist jedenfalls meine Meinung. Deshalb muss das Ganze hier auch keinen Sinn machen, es muss nur … mich zeigen. Mich, mich, mich. Ich bin zwar schon ich, aber es muss was … mit mir machen. Mich ruhig und gelassen werden lassen und vielleicht auch mutig genug, um das zu tun, was ich morgen bei dem Wettkampf tun muss, und wo alle vermutlich kein bisschen ruhig und gelassen reagieren werden. Das ist der wahre Grund, warum sich Aurelia für dich interessiert, Tagebuch. Sie denkt, ich würde das nicht wissen, aber ich weiß es sehr wohl. Ich weiß es, weil ich weiß, dass sie weiß, dass ich Angst habe. Deshalb habe ich dich zurückgeholt. Ich habe solche Angst. Und Angst klingt nicht wie fiiiep. Oder keuch. Angst klingt wie Glas. Zerspringendes Glas.

Angst klingt wie Glas, das zerbricht.

Tagebuch, hast du nach den vielen Jahren überhaupt noch Lust darauf, dass jemand was in dich reinkritzelt? Oder an dich schreibt? Schreib ich in dich rein oder an dich? Oder beides? Und wie fühlst du dich dabei? Das habe ich dich nie wirklich gefragt. Vielleicht wärst du ja lieber ganz leer geblieben? Einfach ein Bündel weißes Papier oder wofür du dich auch hältst. Weil, ich weiß genau, wie so was ist. Und morgen wird es mein Vater auch wissen.

 

Aurelia hat dich zwar als »Journal« bezeichnet, aber du bist ein Tagebuch, und deshalb nenne ich dich auch so.

2 Samstag

Liebes Tagebuch,

ich weiß genau – zumindest bin ich davon überzeugt –, dass alles auf der Welt mit einem besonderen Klang verbunden ist. Dass alles entweder ein tick oder ein boom hat. Oder so ähnlich. Wie ein tick-boom. Oder ein tick-tick-boom. Oder ein tick-bada-bada-boom-bap-bap-ooh. Oder ein … ich bin seltsam. Oder vielleicht auch nicht. Ich bin nur … tick-boom. Oder so.

Es ist drei Wochen und mindestens 1 814 400 Ticks her, seit ich Patina zugeschaut habe

Patina

Patina

tii-naah, tii-naah,

wie sie tick-tick-boom von hinten angerast kam und die letzte Etappe ihrer Viermal-achthundert-Meter-Staffel klargemacht hat. Das klang wie schumm-swipp!-schumm-swipp!-schumm-swipp!-schumm-swipp! bis zur Zili-zili-Ziellinie. Sie hat gestrahlt, und die Menge … ist … ausgeflippt. Katscheng! Deja und Krystal und Brit-Brat sind ausgeflippt. Katscheng! Der Trainer und Whit sind ausgeflippt. Curron und Aaron und Mikey sind ausgeflippt. Katscheng! Katscheng! Ghost und Lu sind ausgeflippt. Sie haben mich beide umarmt, während Patty mit so ein paar coolen Power-Schritten auf uns zustolziert ist, wie eine Siegerin. Si-si-Siegerin. Si-Siegerin. Patty ist ’ne Siegerin. Eine Riesensiegerin, eine Nummer Einseinseins, und ’ne Grinserin, eine biiep-blaap Schminserin, das ist kein Wort, aber ich bin ein Beginner und kein Winner wie Patty. Patty ist ’ne Siegerin, Si-Siegerin.

Okay, ich bin schon verdammt schräg.

Tagebuch, du weißt, dass ich auch ein Sieger bin. Ein Wi-winner. Was, für mich, öde ist. Ödepöde. Klingt wie tröge. Öde-tröge-schnöde. Mein Rennen klingt immer, immer, immer so, als würden die Leute sich unterhalten. Als würde es keinen richtig interessieren, dass ich eine Meile – das sind 1609 Meter – schneller renne als sie eine Runde um den Block. So wie tschick tschick tschick tschick tschick tschick tschick tschick tschick checkt das mal! Tschick tschick tschick tschick tschick tschick tschick tschick checkt das mal! Aber keiner schaut zu, bis zur letzten Runde. Und das ist der Teil, wo ich dann gewinne. Woche um Woche. Sunny, der Si-si-sieger … mir doch egal.

Ich gebe Darryl die Medaille. Mir doch egal.

Er sagt etwas über meine Mutter. Mir doch egal.

Deine Mutter würde wollen, dass du dich mehr anstrengst.

Was ist los mit dir?

Sie würde wollen, dass du deine Form verbesserst.

Mach größere Schritte. Unterbiete deine eigene Zeit.

Wie oft muss ich dir noch sagen, es kommt auf die Rendite an.

Was ist nur los mit dir?

Je mehr du investierst, desto größer dein Ertrag.

In der letzten Runde musst du deine Lungen aufmachen. Atme.

Deine Mutter würde wollen, dass du atmest.

Was ist nur los mit dir?

Und ich denke dann sofort daran, wie sich Atmen anhört. Ich kann es mir nicht richtig vorstellen. Dabei liegt es mir jedes Mal auf der Zungenspitze. Und dann denke ich daran, wie sich Nicht-Atmen anhört. Und irgendwann, wenn Darryl nicht aufhört, über meine Mutter zu reden, muss ich an Weinen denken. Wie ich weine. Nicht, wie ich jetzt weine, aber wie ich geweint habe, als ich geboren wurde. Beziehungsweise wie ich es nicht getan habe. Zumindest am Anfang. Das erzählt Darryl mir die ganze Zeit, da hat er absolut kein Problem mit, mir das zu erzählen. Dass ich nicht geweint habe. Weil ich nicht atmete. Aber meine Mutter hat geweint. Und dann fing ich an zu atmen. Und sie hörte auf. Und dann fing ich zu weinen an.

Zwei Seelen, die sich kurz begegnen, wie zwei Schiffe nachts auf dem Meer.

Sie ist nicht hier, weil ich es bin. Wegen mir. Weil mit mir was nicht stimmt, Tagebuch, und deshalb hat auch mit ihr was nicht gestimmt. Sie. Sie hat einen Namen. Sie hatte einen Namen. Sie hat. Weißt du noch? Sie heißt Regina, Regina Lancaster. Sie wurde an Rosa Parks Geburtstag geboren und brachte mich am Tag eines Wirbelsturms zur Welt. Und dann ist sie gestorben.

Liebes Tagebuch,

»Fruchtwasserembolie«.

Solche Worte tanzen wie Konfetti auf der Zunge. Als würde man eine fremde Sprache sprechen. Geburtsanomalie, Fruchtwasserembolie. Das Wort an sich klingt ja ganz nett, aber wenn man es aus der Krankenhaussprache übersetzt, bedeutet es »Tod meiner Mutter«. Es bedeutet, dass ihr Blut vergiftet war. Es bedeutet, dass ihr Herz aufhörte zu schlagen. Es bedeutet, dass ich als Kind die ganze Zeit nach ihr schrie und nach einem Herzschlag suchte.

Tagebuch, ich weiß, du weißt das alles schon. Die ganze Sache ist schon vor langer Zeit in mein Leben reingeschrieben worden, deshalb habe ich sie schon vor langer Zeit in dich reingeschrieben. Zusammen mit vielen Fragen. Fragen wie: Weißt du, wie es sich anfühlt, wenn man sich wie ein Mörder vorkommt? Ich schon. Zumindest habe ich mich damals so gefühlt. Und heute immer noch. Manchmal. Damit wir uns nicht missverstehen – Darryl hat mich nie so genannt oder irgendwas in der Richtung zu mir gesagt. Wenn überhaupt, dann sagt er, es wäre die Fruchtwasserembolie gewesen, die sie getötet hat. Trotzdem betet er mir immer wieder vor, dass ich es meiner Mutter schuldig wäre, ihren Traum von einem Sieg bei einem Marathon zu verwirklichen. Für sie. Ich soll nicht nur ein Läufer sein, ich soll ein Sieger sein. Und er hat mich von klein auf darauf getrimmt. Ich weiß nicht, ob man das wirklich so sagen kann, also in Wahrheit, aber … irgendwie schon, weil – so war es eben. Als ich laufen lernte und meine ersten wackeligen Tapser machte, hat Darryl mich vermutlich immer wieder mal geschubst. Also, richtig geschubst, meine ich. Das ist typisch für ihn. Nicht sehr stark oder so. Nur ein Schubs, damit diese Tip-Tap-Tapser schneller wurden. Mit vier die ersten Runden ums Haus. Mit fünf auf der Aschenbahn. Gerede von Marathons mit sechs. Als könnte eine Medaille ausradieren, dass ich keine Mutter habe. Und er fand, ich sollte am besten mal mit der Meile anfangen.

Die Sache ist nur: Die Meile hat einfach nicht genug Sound für mich. Hatte sie nie. Ich höre da immer nur das tschick tschick tschick von meinen Füßen auf der Aschenbahn, 1609 Meter lang, und nach einer Weile hört sich das fast wie nichts an. Tschick tschick tschick wird zu tschi tschi tschi wird zu tsch tsch tsch, und das wird einfach übertönt von dem Geschnatter der Zuschauer darüber, was sie alles vorhaben, sobald diese letzten, ewig langen Runden vorbei sind, während sie gleichzeitig noch auf ihren Handys rumwischen, Nachrichten check check checken, was trinken und wieder weiterwischen.

Ich brauchte dringend was anderes als immer nur diese blöden 1600 Meter. Und diesen doofen Sieg. Und heute Vormittag – drei langweilige Wochen, drei siegreiche Wettkämpfe nach Pattys verrückter Aufholjagd – sorgte ich dann dafür, dass meine Meile endlich ein bisschen mehr Sound bekam. Ein bämm oder ein piuuuh.

Tagebuch, wie hört es sich an, wenn man stehen bleibt? Vielleicht so wie quiiietsch!?

Ich hatte schon drei Runden hinter mir und näherte mich der vierten. Tschick tschick-te über die Aschenbahn, mit den Gedanken ganz woanders. Ich bin an der ersten Kurve der letzten Runde, weit und breit kein anderer Läufer hinter mir. Ich cruise so vor mich hin, tsch tsch tsch, auf dem Weg Richtung Sieg. Und dann.

Überlegte ich es mir irgendwie anders.

Ich bremste einfach ab, hörte auf zu rennen und schlenderte stattdessen langsam zum Ziel.

Sound.

Die Menge rastet aus! Waaaaaa? Deja und Krystal und Brit-Brat rasten aus. Waaaaa? Ghost und Lu und Patty rasten aus. Waaaaa? Curron und Aaron und Mikey rasten aus. Waaaaa? Der Trainer und Whit rasten richtig aus. WAAAAAA?

Dann macht die Menge Woooop!, weil die anderen Läufer an mir vorbeigaloppieren, ihre letzten Kräfte mobilisieren und auf die Ziellinie zupreschen.