Impressum

Hannes Hüttner

Grüne Tropfen für den Täter

Eine utopische, aber streng wissenschaftliche Kriminalerzählung

ISBN 978-3-86394-281-6 (E-Book)

 

Die Druckausgabe erschien 1983 bei
Verlag Neues Leben, Berlin.

Gestaltung des Titelbildes: Ernst Franta
 

© 2012 EDITION digital®
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Siebzig Szenen, Aktennotizen und Kommentare zu den Vorfällen im Institut für Langlebigkeit

1. Kapitel

Frauen als die unterdrückte Bevölkerungsmehrheit dieses Planeten neigen zu Übertreibungen. Ein Mann hätte gar nicht als Vorfall bezeichnet, was Beate Schliwa so beeindruckte: "Seltsames Geschehen bei Ankunft im Institut: Scharen von Hunden vor dem Tor, die das Haus geradezu belagerten. Vorfall ist zu klären. Unterkunft ordentlich."

Ich sehe sie vor mir, diese Beate: ein zierliches Mädchen in verantwortlicher Position. Sensibel und allein. Wahrscheinlich kam sie an einem Herbstabend in Deggendorf, der Bahnstation, an, und der Städte-Express wird wieder nicht seine geplante Stundengeschwindigkeit von dreihundertfünfzig Kilometern erreicht haben. Jedenfalls klagten Reisende häufig, dass ihnen der letzte Bus nach Xantos weggefahren sei.

Ein später Abend also, der Ostwind hat den Himmel blank gewischt und sich danach zur Ruhe gelegt, der Sonne hinterher. Das zarte Rosa verblasst zu fahlem Silber. Die Bäume stehen schweigend und erwarten ergeben die Nacht.

Beate Schliwa schleppt ihren Handkoffer die Straße entlang, die Tragetasche mit dem Prüf- und Kontrollcomputer QNO 1, kurz Kuno genannt, über der Schulter. Ja, es sind nur vier Kilometer bis zum Institut, aber was man ihr nicht sagte, war, dass die Straße bergauf führt.

Es ist die Stunde, da die Natur dem Menschen fremd wird und ihre Lieblichkeit in Härte umschlägt. Beate Schliwa fällt ein, dass sie noch kein Mobil sah, seit sie losgelaufen ist, und es wächst in ihr die Überzeugung, dass sie eine ganz und gar verkehrte Richtung eingeschlagen hat. Sie stellt das Gepäck ab. Sie orientiert sich, großer Wagen, Polarstern, die Richtung stimmt, der Zweifel bleibt.

Sie hasst es zu reisen, doch sie mag noch weniger zu Hause bleiben, einsam in ihrer Zweizimmerwohnung, in der sie mit den Gegenständen spricht, mit der Seife, dem Handtuch, dem Spiegel. "Jetzt werden wir dich auf das Brot streichen", sagt sie zur Marmelade, "und dann wirst du der Bea schmecken, mhm!" Die Marmelade antwortet nicht. Sie lässt sich verschlucken und gibt es auf, Marmelade zu bleiben; so glaubt Bea manchmal, von der Einsamkeit verschlungen zu werden.

Nein, es ist besser, zu reisen. Sie ist als Inspektorin eines respektablen Ministeriums von dreißig Tagen zwanzig unterwegs, lernt Menschen kennen und hat Kuno an ihrer Seite. Ich denke fast, dass man sagen kann: Der Computer steht ihr nahe.

Sie schaltet ihn nach ihrem Sternenhimmelblick ein und bittet: "Sing was!"

Kuno räuspert sich und singt dann, wie die kleinen Kinder tun, die in Worte setzen, was sie eben sehen. "Der Mond geht auf!", singt Kuno verhalten. "Der Wald steht schwarz und schweiget..."

Von manchen Mitarbeitern ist Kuno schon als schwer gestört zurückgebracht worden, wenn sie von einer Kontrollfahrt kamen. Kuno kann sich verweigern. Doch er liebt Beate Schliwa. Die Instruktionen besagen, dass den Geräten dreißig Minuten täglich zum freien Assoziieren einzuräumen sind, um ihr selbstlernendes System funktionsfähig zu halten, keinesfalls mehr, da sich sonst die inneren Verhaltensnormen ändern können. Der Beate Schliwa innewohnende Hang zur Gutmütigkeit lässt sie die Vorschriften häufig überschreiten. Kuno führt geradezu ein eigenes Leben. Obwohl er abends so erschöpft ist, dass er die ganze Nacht an der Steckdose verbringen muss, ist er voller Arbeitseifer und Anhänglichkeit. Sie sind ein Paar geworden.

Ein Windstoß zaust plötzlich die Baumwipfel, und Bea hört nicht hin, was Kuno singt. "Ein Hund kommt", intoniert er, "ein großer schwarzer Hund, er rennt und rennt..." Sie schreckt erst auf, als sie das Hecheln hört, sieht eine schwarze Dogge auf sich losspringen, weiß sich wehrlos, erinnert sich an den Hund ihrer Großmutter, schluckt und sagt mit zittrig-beruhigender Stimme: "Ein guter Hund, ein lieber Hund!" Der gute Hund stellt ihr die Pfoten auf die Schulter, leckt ihr übers Gesicht und springt davon.

Der Schreck, dann die Erleichterung, die ja zugleich immer mit Scham verbunden ist, wie leicht wir uns ängstigen, lassen ihr die Knie weich werden. Sie hält noch einmal inne, dann folgt sie dem Linksbogen, den die Straße schlägt, die zum Gebäudekomplex des Institutes ansteigt. Der Bogen umfasst eine große Wiese, auf der sich im fahlen Licht des Mondes zahllose Hunde versammelt haben. Sie blicken zu den Labors hinüber. Manchmal heult einer auf, andere fallen ein, doch verstummen sie bald wieder.

Hier bleibt Beate Schliwa stehen, setzt Kuno ab und spricht: "Ich gehe keinen Schritt mehr!" Aber sie geht dann doch. Denn unterhalb der Gebäude ist ein Licht aufgetaucht, die Hunde weichen, eine Gasse bildet sich, und sie läuft auf die Funzel zu, die sich als die Glühbirne einer Fahrradlampe erweist.

Der Mann, der das Fahrrad führt, ist lang aufgeschossen, von zutraulicher Art und sagt: "Ich wollte ihnen gerade entgegenfahren. Sie haben den Bus verpasst, wie?"

Die Schliwa verbeißt sich alle Entgegnungen, sie ist da, unter Hunden hat sie eine fühlende Seele getroffen, sie stellt ihren Koffer auf den Gepäckträger, und wir sehen beide einträchtig dahinwandern. Sie fragt nicht nach dem Grund der Hundeversammlung, sie will jetzt duschen und ins Bett, sie ist angekommen.

Erst am nächsten Tag meint sie, darin einen Vorfall sehen zu müssen, den sie in ihre Tagebuchkassette notiert.

2. Kapitel

Das Institut erwacht anderntags wieder zum Leben. Die Fahrräder der einfachen Mitarbeiter stehen vor dem Tor, auf einem gesonderten Flecken parken die Elektromobile der Hauptabteilungsleiter und der Helikopter des Chefs. Die Versuchsreihen werden fortgeführt: In Meppensaums Abteilung füttert man die Chinchillas mit Möhren und Cholesterol und die Computer mit neuen Daten aus dem Leben der Hundertjährigen, die Tafel im genetischen Labor der Brandt bedeckt sich mit mathematischen Zeichen, denn ein junger Assistent verteidigt seine Entropiehypothese des Alterns infolge Störungen der DNS-Reduplikation, die neue Espressomaschine der Küche verbreitet einen Duft und Wohlbehagen unter den Sekretärinnen, die davor Schlange stehen, und im Stresslabor führen zwei Assistenten einen jungen Mann namens Alpha 7 zum Versuchssessel, schnallen ihn an und schalten die Anlage ein. Derweil sitzen die leitenden Herren und Damen bei ihrem Chef, Professor Kalmus, und besehen sich den Vogel, der da eingeflogen ist.

Frau Dr. Beate Schliwa erläutert, was alle wissen: Das Ministerium für Konzentration der Mittel prüft durch sie, die Inspektorin, ob die Effektivität der Forschung im Hause gesteigert werden kann. Aus Erfahrung kennt sie die Wirkung ihrer Worte und sucht sie durch Zurückhaltung im Auftreten, durch Freundlichkeit und beruhigenden Tonfall zu mildern. Doch auch mit dem größten Charme kann sie nicht die sachliche Frage verdrängen, die mit ihrer Ankunft aufgetaucht ist: Wessen Weg ist am erfolgreichsten? Auf welche Forschung soll man sich konzentrieren? Wer wird aufhören müssen?

Zunächst macht man sich miteinander bekannt. Die Wissenschaftsorganisatorin, Frau Lauterbach, stellt in ihrem russisch akzentuierten Deutsch die Struktur des Hauses dar. Professor Kalmus, dessen Glatze feine Schweißperlen bedecken, hält eine Rede, in der er beteuert, wie außerordentlich er sich freue, dass die Schliwa gerade zu ihnen ins Institut für Langlebigkeit gekommen sei, und dass er von ihr, wie auch immer ihr Besuch ausfallen werde, Hilfe und Unterstützung erwarte. Sie möge alles genau prüfen, jeder im Hause werde ihr kollegial zu Seite stehen... Und er sieht sich bei dieser Rede noch einmal am Sarg seines Onkels in der fernen Hauptstadt, jenes Vorstandsmitgliedes des Forschungskomitees, der ihn bisher vor solchen Besuchen geschützt hatte. Nach einer knappen Stunde bereits verabschieden sie sich alle im mäßig erhellten Gang vor dem Zimmer des Direktors. Fürs erste natürlich nur, denn nun wird die Schliwa ihre Arbeit aufnehmen. Da biegt Aggermann um die Ecke.

Es gibt einige, die behaupten, dass schon damals die Schliwa ein übergroßes Maß an Sympathie für jenen Mann gezeigt habe, eine spontane Zuneigung, die mit der Rolle, die ihr hier zufiel, einfach unvereinbar gewesen sei. Frau Dr. Olm, die Institutsärztin, wiederholte später mit einem gewissen Neid, auch Aggermann habe wie angewurzelt dagestanden, und es sei ihm seine Verschossenheit an der Nasenspitze anzusehen gewesen.

Es ist dies nichts weiter als die Eigenschaft aller Vergangenheit, mehr und mehr interpretierbar zu sein. Die Ungeheuerlichkeit einer Liebe auf den ersten Blick begegnet uns zu selten, als dass wir sie nicht herbeisehnen, und die Wurzeln dessen, was in der Zukunft allen sichtbar wird, verlegen wir so weit wie möglich in die Vergangenheit, um die Gesetzmäßigkeiten des Lebens zu beweisen, an die wir so gern glauben.

In Wahrheit geschieht zu jener Stunde nur, dass die Schliwa lacht und sagt: "Sie sind das!" Anscheinend hat sie am Vorabend wohl eher den Pförtner in ihm vermutet. So erweist sich, dass die beiden sich kennen, diese Schliwa und dieser Professor Aggermann, Stellvertreter von Kalmus, der um die Ecke biegt und nun tut, als habe er sich einen falschen Termin eingetragen, ein schlechter Schauspieler, man sieht ihm an, dass er lügt, aber gerade seine Unbeholfenheit macht ihn sympathisch.

"Würdest du sie bitte noch ein wenig mit den Baulichkeiten unseres Hauses vertraut machen?", fragt Kalmus und stiehlt ihm damit den Forschungsnachmittag, aber Aggermann nimmt das gleichmütiger hin als erwartet. Da beißt sich Kalmus auch schon auf die Lippen. Nie spontan sein, denkt er, was wird er ihr erzählen, dieser Feuerkopf, der den kürzesten Weg zum Erfolg, den Umweg, nicht kennt, der in letzter Zeit viel Scherereien macht, und er nimmt ihn noch einmal beiseite und spricht zu ihm als ein Vater mit freundlichem Gesicht. "Tu mir den Gefallen und lass die Stressforschung aus dem Spiel! Bitte vermeide alles, was nach Beeinflussung aussehen könnte!"

Es lächelt auch Aggermann. "Meinst du nicht, dass sie intelligent ist?", fragt er.

3. Kapitel

Menschliche Arbeit ist nichts als Eigensinn; wer jemals ein verlassenes Dorf gesehen hat, das von der wuchernden Natur unter Nesseln begraben und von Wind und Wasser langsam wieder vernichtet wird, bis es unter Stein und Pflanze nicht mehr zu erkennen ist, wird dem ständigen Versuch des Menschen, dem natürlichen Durcheinander das System seiner eigenen Absichten aufzuzwingen, nie die höchste Bewunderung versagen, selbst nicht bei Betrachtung etwa von Neubauvierteln. Es ist der Sieg der Absicht und des Zwecks über die Gedankenlosigkeit, was uns über die Natur erhebt.

Liebe nun, obwohl scheinbar planlos und zufällig sich herausbildend, weckt ähnliche Bewunderung; das macht, weil in ihr gleichfalls Arbeit steckt. Es ist die Beharrlichkeit in der Ausbildung des eigenen Charakters, die die Voraussetzung ist. Charakterlose Menschen können nicht lieben - was sollten sie am anderen bewundern, da sie nur sich schätzen? Liebe aber ist Erkenntnis der Ähnlichkeit unserer Mühen. Es ist deshalb nicht schwer, einen anderen sofort zu lieben, weil Lauterkeit und Festigkeit der Persönlichkeit sich sehr schnell, und sicher nicht über Reden, mitteilen. Hier soll nicht untersucht werden, warum dann trotzdem das Phänomen in der Realität selten ist.

Wir haben Schwierigkeiten festzustellen, wann die Schliwa sich in Aggermann verliebte; ob das schon auf dem folgenden Rundgang geschah, was möglich scheint, weil Aggermann ein Buch ohne jedes Siegel war, verständlich für jeden, der zu lesen vermochte, ein ganz und gar ehrlicher Charakter, unbedingt in seinen Forderungen, vor allem gegen sich selbst, dabei aber lustig, was natürlich ein Leben mit solcher Persönlichkeit unerhört erleichtert, oder ob dies nach und nach eingetreten ist, vielleicht sogar gefördert von jenem Selbstversuch, von dem noch zu sprechen ist.

Aggermann jedenfalls zeigt sich aufgekratzt. Er nimmt die Schliwa in die Speisehalle mit, wo es noch echte Buletten statt der ewigen Algenschnitzel gibt, und dann zeigt er ihr als erstes Meppensaums Turnhalle.

Meppensaum, ein vitaler Achtziger mit weißem Haarkranz um die tiefbraune Glatze, kommandiert eine Riege seiner langlebigen Greise. Sie schaffen alle, bis auf einen, den Felgaufschwung, und dieser eine ist erst achtundneunzig und wird nun von den Hundertzwanzigjährigen verspottet. "Diese Jugend!", sagen sie. "Es ist nichts mehr los mit der neuen Generation!" Meppensaum hängt noch einmal sein Bein um die Stange und erklärt dem Unglücklichen den Bewegungsablauf. Und nun, da die Schliwa zusieht, wird jener Rest an Energie freigesetzt, der noch fehlte, es gelingt dem Betagten, dem Versagen zu entgehen, und alle sind gerührt. Die Schliwa zeigt sich entzückt. Es ist ja wohl nicht zu glauben, was sie sieht. Der alte Löwe Meppensaum, der irgendwann einmal fast Staatssekretär geworden wäre, erläutert ihr das Wunder.

"Wir leben ohne Salz", erklärt er. "Denn es ist das Salz, mit dem sich die Leute vergiften. Salz ist unser einziges anorganisches Gewürz, ein Ingredienz, zu dem wir uns magisch hingezogen fühlen, weil es uns an unsere Vergangenheit erinnert, als alles, was im salzigen Meer schwamm. Es ist ein Stoff, der Kriege auslöste und Millionen Menschenleben vernichtete. Ich behaupte, dass alle Bürger ohne weiteres hundertzwanzig Jahre alt werden könnten, wenn sie nicht täglich das Dreifache ihres Körperbedarfs an Salz zu sich nähmen, in geradezu selbstzerstörerischer Gier. Diese meine Männer", so spricht er und zeigt auf die Greise im Turnhemd, "sind frei von solcher Intoxikation! Wollen sie auch meine Chinchillas sehen?"

Es wird noch viel Zeit für die Langohren sein. Sie trottet zufrieden neben diesem Lothar Aggermann einher, der sie Einblick in das computergesteuerte Materiallager nehmen lässt, ihr das genetische Labor und die Rechenanlage vorzeigt und endlich die Tür zum Stresslabor aufklinkt. Es ähnelt einem durchschnittlichen Wohnzimmer des zwanzigsten Jahrhunderts mit seinem alles beherrschenden Fernsehschirm und dem Sessel davor, doch ist die Schrankwand mit Messinstrumenten gespickt. Der Vormittagsversuch an Alpha 7 ist bereits beendet, man hat den erheblich Mitgenommenen aus dem Sessel befreit und davongeführt, nur ein leichter Geruch von Ozon ist geblieben.

"Was geschieht hier?", will Beate Schliwa wissen.

"Es werden da Reiz-Reaktions-Versuche gefahren", sagt Aggermann zurückhaltend, ein fairer Stellvertreter des Chefs, denn er hasst diese Anlage. "Darf ich etwas fragen? Haben Sie schon nähere Absichten, ich meine, was die Forschungskonzentration angeht?" Er sieht sie dringlich an.

Die Inspektorin ist von dieser Frage mehr verstimmt, als sie sich eingesteht. Soso, denkt sie, er will mich aushorchen, seine Freundlichkeit gilt nicht meiner Person, sondern meiner Rolle, es geht ihm um Planstellen und Geräte, auch er zittert um seine Zukunft... Wie sie ihm unrecht tut!

Um das Thema zu wechseln, ergreift sie ein herumliegendes Gerät. Es hat eine freundliche orangerote Farbe und sieht einer Luftdusche nicht unähnlich, wie sie in früheren Jahren von Frauen benutzt wurde, als diese noch lange Haare trugen, diese Pracht nach dem Waschen zu trocknen. Sie richtet es auf Aggermann, schaltet es ein, sieht einen Zeiger weit ausschlagen und fragt: "Was ist denn das?"

"Das?", sagt Aggermann verlegen, "das ist ein Aversionsappetenzdetektor. Er zeigt an, ob Ihnen jemand mit Abneigung oder Zuneigung gegenübersteht."

"Oh", sagt Beate Schliwa verwirrt. "Wessen Gefühle zeigt er an? Ich meine, die Gefühle dessen, der ihn in der Hand hält? Oder die des anderen?"

Aber nun tut Lothar Aggermann frostig, als trage er ihr die nicht beantwortete Frage nach. Vielleicht scheut er sich auch, das Gefühl, das der Appetenzdetektor anzeigte, einzugestehen. Mitte der Dreißig geht man Bindungen längst nicht mehr so bedenkenlos ein wie in jungen Jahren. "Ich bin an diesem Gerät nicht ausgebildet", sagt er. Und er hätte es doch nur in die Hand nehmen und auf die Schliwa richten müssen!

4. Kapitel

Meppensaum trifft kurz vor Feierabend Aggermann dabei an, wie der Papiere in die Schubladen des Schreibtisches verteilt. Es ist die Stunde, da der Nachmittagstee in seiner Wirkung nachlässt, der Tag das Feld räumt und ein Wissenschaftler kritisch wird.

"Drei Sätze!" sagt Aggermann und hält anklagend ein Blatt hoch. "Drei Sätze, das ist alles, was ich geschafft habe! In diesem Hause kann man sich nicht konzentrieren!" Er lässt das Papier ins oberste Fach rutschen und schiebt dieses entschlossen zu.

Meppensaum setzt sich ungerührt. "Ich hatte den Eindruck, du hast dich heute nicht ungern von deinem vierten Satz abhalten lassen!", sagt er dröhnend und lacht. Er lacht gern, vor allem über andere. "Meinst du nicht, dass diese nette Person wie gerufen kommt?", setzt er plötzlich ernst hinzu. Die Frage entspringt einem Bündnis zwischen diesen beiden verschiedenen Männern, das sich überraschend herausgebildet hat: Meppensaum ist von Kalmus abgelöst und an die Wand gedrängt worden. Aggermann, der theoretische Kopf des Institutes, will dem Forschungsplan einen neuen Schwerpunkt geben und hat in dem alten Forscher einen Verbündeten. Dies alles verläuft glücklos, denn die Stressforschung ist voll in Gang und bringt Daten über Daten.

"Und führe uns nicht in Versuchung!", bemerkt Aggermann.

"Gott", sagt Meppensaum mit der Kaltblütigkeit des erfahrenen Taktikers. "Du bist ihr sympathisch, das kann man ausnutzen!"

"Du vergisst, dass sie auch mir sympathisch ist!", versetzt der Direktorstellvertreter, "deswegen werde ich das nicht tun. Und außerdem ist sie zu lieb. Ich wundere mich, welche Leute neuerdings im Ministerium arbeiten. So was von Naivität habe ich noch nicht erlebt. Ein Außenseiter!"

"Nun ja", sagt Meppensaum, erhebt sich und gestattet sich, da niemand zusieht, ein leichtes Ächzen. "Eine Außenseiterin also. Übrigens bringt mich das auf eine Frage. Wir können morgen darüber sprechen, ich will sie dir nur noch stellen. Ich habe unter meinen Hundertjährigen selbst so einen Außenseiter - diesen Abdul, der neulich das Preistanzen gewonnen hat. Er ist der einzige, der raucht und trinkt und noch nie im Leben Joghurt gegessen hat. Verstehst du, er verdirbt mir alle Mittelwerte! Aus jeder Statistik springt er mir entgegen wie Schramm aus der Kiste! Kann man da nicht irgendetwas machen?"

Aggermann zieht sich gerade seine Jacke an. "Das ist ein Ausreißerproblem, wie die Wahrscheinlichkeitstheoretiker sagen", beginnt er und hält plötzlich inne. Er hat eine seiner Absenzen.

Ganz gegenwärtig ist er eigentlich nie, denkt Meppensaum. Wie er auch wieder herumläuft! Den Pullover mit den Nähten nach außen! Dass das die Schliwa nicht gesehen hat!

In der Tat kann Aggermann mit zahnpastagesäumtem Mund oder offenstehenden Knöpfen erscheinen, stets freundlich, aber doch auch immer leicht abwesend. Nie vergisst er, sich nach einem Familienmitglied dringlich zu erkundigen, doch zeigt sich, dass er es häufig mit den Angehörigen eines anderen Kollegen verwechselt. Etwas in ihm denkt ständig und schaltet bei wichtigen Gedanken die Umwelt als störendes Rauschen ab.

Ein Ausreißer, ein Außenseiter, denkt Aggermann. Aber nicht kenntlich, nicht erkennbar, da immer noch angepasst wirkend. Man muss den Zustand des Systems durch eine grundlegende Störgröße ändern. Oder mindestens sichtbar machen...

Meppensaum weiß nicht, dass in diesem Moment Aggermann auf den Gedanken seines Selbstversuches kommt. Es ist, das wollen wir sofort kundtun, eine törichte Idee, denn heutzutage kann nicht ein einzelner mehr Zeichen setzen, das gelingt nur organisierten Mengen, Gruppen, Parteien, Kollektiven, Familien, oder wie auch immer die Bündnisse heißen. Wir halten es mit Meppensaum: War da diese Schliwa nicht aufgetaucht, ausgestattet mit Vollmacht, ein lauterer Mensch, der die Aggermannsche Ehrlichkeit endlich doch erkannt und sicher unterstützt hätte? Hatte Aggermann sie nicht heute Vormittag als intelligent bezeichnet? Der Alleingang ist nur eine besondere Form der Eitelkeit.

Aggermann erwacht. Er hatte bisher verharrt, den einen Arm schon im Ärmel, den anderen suchend nach hinten gestreckt, jetzt vollendet er die Übung und rückt das Jackett in den Schultern zurecht. "Ja", sagt er zögernd, und Meppensaum weiß, dass er nach dem Ende des gerissenen Fadens sucht.

"Isst keinen Joghurt!" souffliert er. "Außenseiter!"

"Joghurt!", sagt Aggermann und hat den Ausgangspunkt längst vergessen. "Das ist doch eine Religion. Mach dir nichts draus!"

Meppensaum verzichtet auf erneute Darlegung.

5. Kapitel

Bea treffen wir anderntags in einem Hotelzimmer des renommierten Hauses "Nymphe". Man muss dazu wissen, dass Xantos, direkt am Ufer des Deggendorfer Meeres gelegen, nach der Gründung des Institutes für Langlebigkeit als Kurort entdeckt wurde. Es hat deswegen heute drei Teile, nämlich Xantos-Dorf, wo das Bürgermeisteramt, die Post, die Gastwirtschaft "Zu den sieben Brüdern" und drei noch leidlich erhaltene Fachwerkhäuser stehen, ferner Xantos-Vorwerk, wo hoch auf dem Steilufer die Institutsgebäude ragen, und Xantos-Strand. Dort sieht es aus, als hätten einige Riesen miteinander Pasch gespielt und die Würfel liegengelassen. Einer davon ist das Hotel "Nymphe".

Beate Schliwa duscht. Sie tut es gern, aus Äußerungen von ihr wissen wir, dass sie dies zur Hygiene der Seele zählt, nicht des Körpers allein. Trommelt das Wasser wie Hagel auf die Haut und rieselt am Körper hernieder, so scheint es ihr, als fließe alles hinweg, was sie in den Träumen der Nacht oder den Wirklichkeiten des Tages beunruhigt hat. Wie Schmutz rinnt es dahin in die Röhren des Untergrundes, und nach dem letzten kalten Schauer bleiben Frische, Aktivität, Lebenslust.

Sie duscht, um das ungewohnte Gefühl abzustreifen, sie bewege sich in einem Traum, aber sie wird es nicht los, und ihr ist dabei wohl zumute. Erneut vergegenwärtigt sie sich, wie Aggermann aus dem Licht des Treppenhauses zu der vom Dämmer des dunklen Ganges beschatteten Gruppe trat, von einer Gloriole des Gegenlichtes umflossen, verlegen ob des Zusammentreffens, aber auch lächelnd.

Von Beate Schliwa ist zu erzählen, dass sie eine brave Tochter stiller Eltern ist und jetzt achtundzwanzig Jahre zählt. Sie hat Medizin aus Neigung studiert und im vergangenen Jahr ihren Facharzt für Neurologie und Psychiatrie erworben. Ihre Doktorarbeit befasst sich mit der Wahrscheinlichkeit genetischer Defekte bei Kindern alter Eltern. Die Medizin ist herzlos, wer Kinder nach dem fünfundzwanzigsten Lebensjahr gebiert, ist eine Spätgebärende. Da Mediziner und Psychologen sich meist mit den Problemen ihres eigenen Befindens befassen, dürfen wir schließen, dass Beate Schliwa traurig ist, weder Kind noch Mann zu haben. Sie würde, wenn überhaupt, selbst eine späte Erstgebärende sein. Sie ist äußerlich unauffällig. Sie muss schon einen sehr teuren Mantel anziehen, damit jemand den Kopf nach ihr wendet. Und das sind zumeist Frauen, die sich den Schnitt einprägen.

Ja, sie ist verheiratet gewesen mit einem besitzergreifenden Menschen, der ihr schließlich die Luft zum Atmen nahm. Er war so eifersüchtig, dass er ihr nachging, wenn sie früh zum Bäcker rannte, um Brötchen zu holen. Sie war um halb sieben gegangen, weil der Bäcker um sieben Uhr öffnete; sie konnte dann die dritte oder vierte in der Reihe sein und nahm das Warten auf sich. Wo gibt es schon noch Bäcker und knackfrische Brötchen? Schließlich entdeckte sie dreimal hintereinander in der Schlange ihren Mann, der sie hungrig anstarrte und die übrigen in der Reihe musterte, mit denen sie ein Verhältnis haben könnte. Sie überstürzte nichts, das war einer ihrer großen Vorzüge. Es nutzte jedoch nichts, ihn zum Brötchenholen zu delegieren. Er kam nämlich unerwartet und also ohne das Gebäck zurück und durchsuchte die Wohnung.

Beate Schliwa benutzte die Gelegenheit eines Lehrganges für Promovenden der Akademie für Ärztliche Weiterbildung mit dem Thema: "Die Methodik der wissenschaftlichen Arbeit", um aus ihrer Gefangenschaft zu flüchten. Sie stellte einem der Referenten, ihrem späteren Vorgesetzten, dem Abteilungsleiter im Ministerium für Konzentration der Mittel, Dr. Friedhelm Puschel, die Frage, ob man Hypothesen nicht überhaupt nur ablehnen, nie aber bestätigen könne, weil doch die jeweilige Untersuchung nur für einen Teil der Gesamtheit gelte. Puschel, der dies freudig bejahte, erkannte sofort, dass er es hier mit einem gründlichen Menschen zu tun hatte. Da er der unverständlichen Meinung war, in einem Ministerium müsse Gründlichkeit die Haupttugend sein, bot er ihr am Ende des vierzehntägigen Kurses die Stelle einer Mitarbeiterin im Bereich Medizinische Forschung an.

Natürlich hatte sie bedauert, die Klinik verlassen zu müssen. Sie war sehr beliebt, unter den Kranken besonders. Sie sah nicht allein den Defekt, sondern auch den Rest an Persönlichkeit, der geblieben war. Die Debilen fassten sie an den Händen und rannten ihr nach, die Schizophrenen, die sich verfolgt fühlten, gewannen in ihrer Nähe Sicherheit. Sie konnte Depressionen nur durch ihren Blick mildern. Aber sie musste an sich denken. Es gibt nur zwei Barrieren, hinter die wir uns vor allzu großem Unglück zurückziehen können, das sind Raum oder Zeit.

Kuno, von dem sie glaubt, er bereite das Teewasser - Beate Schliwa trinkt morgens nur eine Tasse Tee, weil sie etwas zum Ansetzen neigt -, erschreckt sie. Er zieht den Duschvorhang beiseite und will ihr den Telefonhörer reichen. Beate wirft vor Empörung die Seife nach ihm und rafft den Vorhang zusammen. Kuno nimmt ihr diese Reaktion nicht übel und zieht die Gardine ein zweites Mal auf. Diesmal hält er ihr die Seife entgegen.

"Scher dich raus!", sagt die Schliwa.

"Warum?", fragt er. Gegenfragen sind seine große Stärke.

Die nackte Mitarbeiterin des MfKM ist um die Erklärung verlegen. Es ist ihr unangenehm, von seinen rubinroten Videokristallen angestarrt zu werden, aber das würde er nicht verstehen. Natürlich findet sie, wie wir Menschen immer, eine gescheite Lüge. "Weil du sonst nass wirst und verrostest!"

"Dringender Anruf!", schnarrt Kuno und verlässt gehorsam das Badezimmer. Er imitiert ein Rock-'n'-Roll-Orchester, das ist immer ein Zeichen für seine gute Laune.

"Leiser!", ruft sie, rubbelt sich trocken und schlüpft in den samtenen Morgenmantel, der sie auf allen Reisen begleitet und ihr jene Illusion von Zärtlichkeit vermittelt, auf die wir alle so angewiesen sind.

Aggermann ist am Telefon. Eine wohlige Wärme breitet sich in ihrer Magengegend aus, als sie seine Stimme erkennt. "Haben Sie gut geschlafen?", fragt er.

"Ja, danke!", haucht sie und fürchtet sich davor, dass er ihr einen sachlichen Grund für den Anruf nennt.

"Ziehen Sie heute wieder das himmelblaue Kleid an?", fragt der Anrufer. "Es steht Ihnen vorzüglich. Sie sehen darin aus wie eine Glockenblume!"

Nun ja, denkt die Schliwa, das ist kein besonders gutes Kompliment. Eine Glockenblume ist ja eine etwas bescheidene Pflanze. Wie er mich wohl sieht?

"Was haben Sie heute vor?", fragt nun der Anrufer.

"Meinen Sie... tagsüber?", will die Schliwa wissen.

"Wissen Sie", sagt Aggermann, "der Appetenzdetektor zeigt die Gefühle dessen an, auf den er gerichtet ist. Das wollte ich noch sagen!" Und dann hängt er ein.

Langsam bekommt die Schliwa verklärte Augen, und es erschüttert sie auch nicht, als es klopft und ein Mann im Schlafanzug vor der Tür steht und sie auffordert, die Musik leiser zu drehen.

"Gewiss!", sagt sie, nimmt die Teekanne von Kunos Heizplatte und dreht den Lautstärkeregler zurück. "Hast du schon die Kaderakten gespeichert?", fragt sie den Computer.

"Jawohl!", erwidert das Gerät.

"Dann gib mir die Personaldaten zu Professor Aggermann!"

Kuno veranstaltet ein kleines Blinkfeuerwerk, dann verkündet er: "Professor Lothar Aggermann, Abschluss in Philosophie und Biochemie, fünfunddreißig Jahre alt, unverheiratet, Steinbock."

"Was?", fährt die Schliwa auf, "Steinbock? Das steht in den Akten?"

"Nein", sagt Kuno, "das habe ich zu deiner Information hinzugefügt. Steinböcke sind treu, bescheiden und arbeitsam."

Noch weiß die Schliwa nicht, dass dieser Anruf ein Abschied war.

6. Kapitel

Der Selbstversuch findet am selben Abend statt. Vor dem Institutsgebäude sitzen die Hunde der Umgebung und starren auf das Licht im Stresslabor. Aggermann hat die Anlage programmiert, die ihm innerhalb von dreißig Minuten den Stress von etwa tausend Menschenjahren einarbeiten wird. Wir sehen noch, wie er sich in den Sessel vor die Apparatur setzt. Dann dreht er einen Schalter, das Licht im Fenster wird grellweiß, die Töne schwellen unerträglich an - später ist das Fenster dunkel.

7. Kapitel

Die Eintragung im Wachbuch, diesmal vom dreizehnten September, lautet: "Ich, Alpha 21, fand um null Uhr dreißig bei meinem Rundgang die Tür III des V-Labors offen. Als ich eintrat, bemerkte ich zunächst nur, dass die Geräte eingeschaltet waren. Bei weiterer Besichtigung fiel mir eine männliche Gestalt, Alter etwa fünfzig Jahre, auf. Sie saß im Experimentalsessel und war bewusstlos. Eine Identifizierung war nicht möglich. Ich handelte entsprechend den Vorschriften für ein AV."

8. Kapitel

Wir schätzen das Gewohnte. Es ist die rationellste Form zu leben. Außergewöhnliche Vorkommnisse - in der Amtssprache AV genannt - lassen das Gefühl der Bedrohung aufkommen. Solche Gefühle werden leicht im Unterbewussten auf Einstellungen übertragen. Kein Institutsdirektor schätzt ein AV, weil er weiß, dass der Minister es ärgerlich zur Kenntnis nimmt (auch er muss es weitermelden) und dem Meldenden, der nichts dafür kann, die Schuld gibt (so wie ihm die Schuld gegeben werden wird). Deswegen haben es auch außergewöhnliche Entdeckungen schwer, sich durchzusetzen. Die meisten Erfinder sterben voller Verzweiflung. Sie kennen die Reden anlässlich ihres hundertsten Geburtstages nicht.

AV werden in der Regel so lange untersucht, bis sie zum GV, einem gewöhnlichen Vorkommnis, geworden sind. Die Rätsel des Außerordentlichen sind dann gelöst, das Leben kann weitergehen.

Kalmus sitzt an seinem Schreibtisch, ein massiger Mann mit blankem Schädel. Man könnte ihm fünfundvierzig geben, doch ist er erst sechsunddreißig Jahre alt. Er stützt das Hinterhaupt in die linke Hand, es sieht aus, als wolle er prüfen, ob dort endlich Haare wüchsen.

Am Sitzungstisch vor der Front der Schreibplatte hockt der unglückselige Alpha 21 und erzählt. Er hatte schon, als er die Klinke jenes Versuchsraumes niederdrückte, gewusst, dass er etwas Falsches tat: Das Dümmste, was passieren konnte, war eine unverschlossene Tür. Als Ergebnis der Gedankenlosigkeit der Insassen blickte man in ein einsames Zimmer, aber sogleich war man verpflichtet, zur Wache zu sausen, den Schlüssel zu holen und den Raum zu versperren, danach eine Meldung zu schreiben. Anderntags wurde man dann von jenem Betroffenen, der einen Rüffel erhielt, nicht mehr gegrüßt. Da man Alpha 21 nur angehalten hatte, Stichproben zu machen, wäre es gut gewesen, alle Türen zu meiden; er aber, in seiner Gedankenlosigkeit, hatte eine Art Klinkenputzen veranstaltet.

"Sie wissen nicht, wer es ist?", fragt Kalmus.

"Nein", sagt Alpha 21.

"Haben Sie ihn durchsucht?"

"Nein", erwidert Alpha 21.

Kalmus seufzt. "Und niemand hat offiziell das Institut in jener Nacht betreten?"

"Nein."

"Aber er muss doch irgendwoher gekommen sein!"

"Ja."

Muss er die BISS anrufen, die Behörde für Innere Sicherheit des Staates? Kalmus beginnt es unbehaglich zu werden. "Na schön", sagt er.

Alpha 21 steht gehorsam auf und geht zur Tür. Er hat sie kaum geschlossen, als sie wieder aufgerissen wird.